Kirwaboum Hiltpoltstein e.V. 2006

Chronik der Kirwaboum Hiltpoltstein e.V.

Die Hiltpoltsteiner Kirchweih – im Hiltpoltsteiner Dialekt „Kirwa“ genannt – ist schon seit jeher ein Höhepunkt des dörflichen Lebens im Herbst, nicht nur für den Ort, sondern auch für die gesamte Gemeinde und weit darüber hinaus. Die Kirchweih richtet sich nach dem Namenspatron der Hiltpoltsteiner Kirche, dem Apostel Matthäus. Sein Namenstag ist der 21. September. Fällt dieser Tag auf einen Sonntag, so ist an diesem Wochenende die Kirwa, ansonsten wird sie immer an dem den 21. September folgenden Wochenende gefeiert.

Dass die Hiltpoltsteiner Kirwa seit jeher große Anziehungskraft hat, ist auch den Kirwaboum zu verdanken. Ganze Generationen von Hiltpoltsteinern blicken auf ihre Zeit als Kirwaboum und Kirwamadla gerne zurück – war es doch stets eine der letzten Gelegenheiten für die jeweils junge Generation, quasi zum Abschluss ihrer Jugend nochmals auf den Putz zu hauen, bevor der endgültige Ernst des Lebens beginnt, man heiratet und eine Familie gründet. Das Einholen des Kirwabaums mit musikalischer Begleitung, das Aufstellen, die Umzüge durch den Ort, das Austanzen zum Ende der Kirwa, all das sind farbenprächtige und lieb gewonnene Gewohnheiten, die den Reiz einer Kirwa ausmachen, fester Bestandteil der fränkischen Kultur sind und ohne die eine Kirwa einfach keine richtige Kirwa ist.

Natürlich ist dies abhängig davon, ob und wie sich die Jugend des Dorfes engagiert und wie sie kameradschaftlich zusammenhält. Denn eine Kirwa läuft nicht von selbst, alles muss geplant und aufwendig vorbereitet werden. Daher verwundert es nicht, dass es in der ferneren Vergangenheit auch ab und an einmal eine ruhigere Kirwa gegeben hat, weil nichts „zusammenging“. Seit einigen Jahren hat sich allerdings unter der Hiltpoltsteiner Jugend – und darüber hinaus – ein beständiger, enger Zusammenhalt ergeben, der die Basis für Kirwa-Feste, die in eigener Regie und Bewirtschaftung durchgeführt wurden, bildete. Hieraus ging schließlich der „Kirwaboum Hiltpoltstein e. V.“ hervor. Auf die Historie dieses jüngsten Hiltpoltsteiner Vereins soll nachfolgend kurz eingegangen werden.

Vom 24.09.2005 bis 26.09.2005 fand am Festplatz die erste Zeltkirwa der Kirwaboum Hiltpoltstein mit umfangreichem Programm sowie Speisen und Getränken unter eigener Regie statt, auch um zusätzlich zum bewährten Angebot der hiesigen Gastronomie und einzelner Vereine einen Anziehungspunkt insbesondere für das jüngere Publikum zu schaffen und die Hiltpoltsteiner Kirwa auch in dieser Gruppe attraktiv zu machen. Am Samstagnachmittag wurde der Kirwabaum eingeholt und durch das Dorf gefahren – unter musikalischer Begleitung der „Escherberchkapelln“. Deren Mitglieder – alles Musikanten aus unterschiedlichen Kapellen – treffen sich in dieser Besetzung nur einmal im Jahr, nämlich zur Hiltpoltsteiner Kirwa. Und der Name Escherberchkapelln wurde gewählt, weil der markante, weithin sichtbare Höhenzug Eschenberg so ungefähr in der Mitte der Herkunftsorte der Musikanten liegt. Am Samstagabend spielte die Rockband „Fade to Black“. Am Sonntag konnte nochmals die „Escherberchkapelln“ zur musikalischen Umrahmung des Frühschoppens engagiert werden. Der Sonntagabend diente zur Erholung, bevor am Montagabend der Baum ausgetanzt wurde. Gewinner der stattlichen Fichte waren Tanja Meier und Tobias Meier, danach sorgten die Hiltpoltsteiner Boum zum Kirwa-Ausklang für gute Stimmung im Zelt.

Das Resultat war ein gelungenes, gut besuchtes Fest. Deshalb haben 20 Kirwaboum im Jahr 2006 beschlossen, einen eingetragenen Verein zu gründen, auch, weil hohe finanzielle Verpflichtungen sowie rechtliche Risiken und formale Anforderungen mit der Durchführung eines solchen Festes einhergehen. Die Gründungsversammlung fand am 15. April 2006 im Vereinsheim des Schützenvereins Hiltpoltstein statt. Hierzu fanden sich 26 Interessenten ein, die sich in die Mitgliederliste eintragen ließen. Bei den anschließenden Wahlen wurde Jürgen Meier zum 1. und Jörg Bauernschmidt zum 2. Vorstand gewählt. Die Ämter des Kassiers und Schriftführers übernahmen Thomas Held und Manuel Merkel.

Die zweite Zeltkirwa, diesmal vom eingetragenen Verein ausgerichtet, fand vom 23. bis 25.09.2006 am Festplatz statt. In der Hoffnung auf regen Besucherandrang wurde auch ein größeres Zelt aufgestellt. Am Samstag spielte – wie im Vorjahr – die Rockband „Fade to Black“. Der Kirwa-Sonntag begann mit dem Besuch des Festgottesdienstes in der Matthäuskirche. Danach folgte der Frühschoppen, diesmal mit der Blaskapelle Frankonia aus Gräfenberg. Zum Abschluss des Sonntagabends spielte Alleinunterhalter Rainer Pink. Montagabend wurde zum Schaschlikessen eingeladen. Diese erwiesen sich als regelrechte „Renner“. Beim Baumaustanzen gewannen diesmal Sina Gebhardt und Patrick Herbst den Baum, bevor wiederum die Hiltpoltsteiner Boum in Höchstform zum Ausklang aufspielten.

Am 22.09.2007 war es dann wieder soweit, die dritte Kirwa fand am Festplatz statt. Das Zelt wuchs auf stattliche 10 x 21 Meter und das Barzelt auf 4 x 18 Meter an. Am Samstag fand wieder die Rocknacht für die jüngere Generation statt, diesmal mit der Gruppe „Dr. Evil“. Der Kirchweih-Sonntag begann wieder mit dem alljährlichen Kirchenbesuch, was manchen Kirwaboum allerdings angesichts der Strapazen der vorangegangen Nacht etwas schwer fiel. Im Anschluss spielte die Blaskapelle Frankonia bei strahlendem Sonnenschein zum Frühschoppen auf. Nachmittags war auf dem Festplatz dann wie jedes Jahr allerhand geboten. Beim Bogenschiessen, Schiffschaukeln oder Kutschenfahren kam keine Langeweile auf. Am Abend spielte der bestens bewährte Rainer Pink bis in die späten Abendstunden. Montag wurde wieder der Kirwa-Baum ausgetanzt, Gewinner waren Jörg Bauernschmidt und Isabel Zak. Abends spielten die Hiltpoltsteiner Boum – eigentlich schon fast Tradition wie auch das Schaschlikessen.

An der Jahreshauptversammlung mit anschließenden Neuwahlen, die am 03.05.2008 statt fand, wurden als 1. Vorstand Jörg Bauernschmidt und als zweiter Vorstand Jens Koslowsky gewählt, die Ämter des Schriftführers und Kassiers blieben bei Manuel Merkel und Held Thomas.

Die Kirwa Nr.4 begann am 19.09.2008 erstmals mit einer Drei-Zelt-Kombination, wieder etwas größer als das Jahr zuvor. Eingeweiht wurde auch die neue Grillhütte, die von den Kirwaboum eigens für die Kirwa konstruiert und mit eigenen Fachkräften gebaut wurde. Am Samstag gab es wie immer die Rocknacht, diesmal mit der Gruppe „Flashback“. Am Sonntagmorgen spielte nach dem Ende des Festgottesdienstes in der Kirche um 10.30 Uhr die Blaskapelle Frankonia zum Frühschoppen auf. Diesmal leider nicht bei strahlendem Sonnenschein, aber nichts desto trotz strömten alle in das gut beheizte Festzelt, und feierten unsere Kirwa. An dieser Kirchweih fand auch zum ersten Mal ein Bogenschützenturnier statt, bei dem 23 Teilnehmer ihr Bestes versuchten, um ins Schwarze zu treffen. Am Abend sorgte wieder Alleinunterhalter Rainer Pink wie immer für gute Stimmung im Zelt. Zur späteren Stunde brachte DJ Tim die Stimmung bis in die frühen Morgenstunden zum Höhepunkt. Am Montag wurde dann wieder der Baum ausgetanzt, die Gewinner waren Carmen Wagner und Thomas Ruder, danach spielten die Hiltpoltsteiner Boum und sorgten wie immer für einen genialen Kirwa-Ausklang.

Diese Chronik soll nicht enden ohne den Dank bei all den freiwilligen Helferinnen und Helfern, ohne die solche Feste nicht zu bewältigen wären! Ein herzlicher Dank, gilt auch allen Firmen, die uns durch Geld- und Sachspenden so selbstverständlich unterstützt haben! Nicht zu vergessen auch ein großes Dankeschön an alle Besucher, die alle Jahre auf unsere Kirchweih kommen und für die gute Stimmung sorgen. Damit helfen Sie uns, ein Stück altbewährter fränkischer Kirchweihtradition weiterhin am Leben zu halten und auch die nachrückenden jüngeren Generationen dafür zu begeistern.

Kirwaboum Hiltpoltstein e.V.