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Chronik der Kirwaboum Hiltpoltstein e.V.Die Hiltpoltsteiner Kirchweih – im Hiltpoltsteiner Dialekt „Kirwa“
genannt – ist schon seit jeher ein Höhepunkt des dörflichen Lebens
im Herbst, nicht nur für den Ort, sondern auch für die gesamte Gemeinde und weit
darüber hinaus. Die Kirchweih richtet sich nach dem Namenspatron der Hiltpoltsteiner
Kirche, dem Apostel Matthäus. Sein Namenstag ist der 21. September. Fällt
dieser Tag auf einen Sonntag, so ist an diesem Wochenende die Kirwa, ansonsten
wird sie immer an dem den 21. September folgenden Wochenende gefeiert.
Dass die Hiltpoltsteiner Kirwa seit jeher große Anziehungskraft hat,
ist auch den Kirwaboum zu verdanken. Ganze Generationen von Hiltpoltsteinern blicken
auf ihre Zeit als Kirwaboum und Kirwamadla gerne zurück – war es doch
stets eine der letzten Gelegenheiten für die jeweils junge Generation, quasi
zum Abschluss ihrer Jugend nochmals auf den Putz zu hauen, bevor der endgültige
Ernst des Lebens beginnt, man heiratet und eine Familie gründet. Das Einholen
des Kirwabaums mit musikalischer Begleitung, das Aufstellen, die Umzüge durch
den Ort, das Austanzen zum Ende der Kirwa, all das sind farbenprächtige und
lieb gewonnene Gewohnheiten, die den Reiz einer Kirwa ausmachen, fester Bestandteil
der fränkischen Kultur sind und ohne die eine Kirwa einfach keine richtige
Kirwa ist.
Natürlich ist dies abhängig davon, ob und wie sich die Jugend des
Dorfes engagiert und wie sie kameradschaftlich zusammenhält. Denn eine Kirwa
läuft nicht von selbst, alles muss geplant und aufwendig vorbereitet werden.
Daher verwundert es nicht, dass es in der ferneren Vergangenheit auch ab und an
einmal eine ruhigere Kirwa gegeben hat, weil nichts „zusammenging“.
Seit einigen Jahren hat sich allerdings unter der Hiltpoltsteiner Jugend – und
darüber hinaus – ein beständiger, enger Zusammenhalt ergeben, der die
Basis für Kirwa-Feste, die in eigener Regie und Bewirtschaftung durchgeführt
wurden, bildete. Hieraus ging schließlich der „Kirwaboum Hiltpoltstein
e. V.“ hervor. Auf die Historie dieses jüngsten Hiltpoltsteiner Vereins
soll nachfolgend kurz eingegangen werden.
Vom 24.09.2005 bis 26.09.2005 fand am Festplatz die erste Zeltkirwa der Kirwaboum
Hiltpoltstein mit umfangreichem Programm sowie Speisen und Getränken unter
eigener Regie statt, auch um zusätzlich zum bewährten Angebot der hiesigen
Gastronomie und einzelner Vereine einen Anziehungspunkt insbesondere für das
jüngere Publikum zu schaffen und die Hiltpoltsteiner Kirwa auch in dieser
Gruppe attraktiv zu machen. Am Samstagnachmittag wurde der Kirwabaum eingeholt
und durch das Dorf gefahren – unter musikalischer Begleitung der „Escherberchkapelln“.
Deren Mitglieder – alles Musikanten aus unterschiedlichen Kapellen –
treffen sich in dieser Besetzung nur einmal im Jahr, nämlich zur Hiltpoltsteiner
Kirwa. Und der Name Escherberchkapelln wurde gewählt, weil der markante, weithin
sichtbare Höhenzug Eschenberg so ungefähr in der Mitte der Herkunftsorte
der Musikanten liegt. Am Samstagabend spielte die Rockband „Fade to Black“.
Am Sonntag konnte nochmals die „Escherberchkapelln“ zur musikalischen
Umrahmung des Frühschoppens engagiert werden. Der Sonntagabend diente zur
Erholung, bevor am Montagabend der Baum ausgetanzt wurde. Gewinner der stattlichen
Fichte waren Tanja Meier und Tobias Meier, danach sorgten die Hiltpoltsteiner Boum
zum Kirwa-Ausklang für gute Stimmung im Zelt.
Das Resultat war ein gelungenes, gut besuchtes Fest. Deshalb haben 20 Kirwaboum
im Jahr 2006 beschlossen, einen eingetragenen Verein zu gründen, auch, weil
hohe finanzielle Verpflichtungen sowie rechtliche Risiken und formale Anforderungen
mit der Durchführung eines solchen Festes einhergehen. Die Gründungsversammlung
fand am 15. April 2006 im Vereinsheim des Schützenvereins Hiltpoltstein statt.
Hierzu fanden sich 26 Interessenten ein, die sich in die Mitgliederliste eintragen
ließen. Bei den anschließenden Wahlen wurde Jürgen Meier zum 1.
und Jörg Bauernschmidt zum 2. Vorstand gewählt. Die Ämter des Kassiers
und Schriftführers übernahmen Thomas Held und Manuel Merkel.
Die zweite Zeltkirwa, diesmal vom eingetragenen Verein ausgerichtet, fand
vom 23. bis 25.09.2006 am Festplatz statt. In der Hoffnung auf regen Besucherandrang
wurde auch ein größeres Zelt aufgestellt. Am Samstag spielte –
wie im Vorjahr – die Rockband „Fade to Black“. Der Kirwa-Sonntag
begann mit dem Besuch des Festgottesdienstes in der Matthäuskirche. Danach
folgte der Frühschoppen, diesmal mit der Blaskapelle Frankonia aus Gräfenberg.
Zum Abschluss des Sonntagabends spielte Alleinunterhalter Rainer Pink. Montagabend
wurde zum Schaschlikessen eingeladen. Diese erwiesen sich als regelrechte „Renner“.
Beim Baumaustanzen gewannen diesmal Sina Gebhardt und Patrick Herbst den Baum,
bevor wiederum die Hiltpoltsteiner Boum in Höchstform zum Ausklang aufspielten.
Am 22.09.2007 war es dann wieder soweit, die dritte Kirwa fand am Festplatz
statt. Das Zelt wuchs auf stattliche 10 x 21 Meter und das Barzelt auf 4 x 18 Meter
an. Am Samstag fand wieder die Rocknacht für die jüngere Generation statt,
diesmal mit der Gruppe „Dr. Evil“. Der Kirchweih-Sonntag begann wieder
mit dem alljährlichen Kirchenbesuch, was manchen Kirwaboum allerdings angesichts
der Strapazen der vorangegangen Nacht etwas schwer fiel. Im Anschluss spielte die
Blaskapelle Frankonia bei strahlendem Sonnenschein zum Frühschoppen auf. Nachmittags
war auf dem Festplatz dann wie jedes Jahr allerhand geboten. Beim Bogenschiessen,
Schiffschaukeln oder Kutschenfahren kam keine Langeweile auf. Am Abend spielte
der bestens bewährte Rainer Pink bis in die späten Abendstunden. Montag
wurde wieder der Kirwa-Baum ausgetanzt, Gewinner waren Jörg Bauernschmidt
und Isabel Zak. Abends spielten die Hiltpoltsteiner Boum – eigentlich schon fast
Tradition wie auch das Schaschlikessen.
An der Jahreshauptversammlung mit anschließenden Neuwahlen, die am 03.05.2008
statt fand, wurden als 1. Vorstand Jörg Bauernschmidt und als zweiter Vorstand
Jens Koslowsky gewählt, die Ämter des Schriftführers und Kassiers
blieben bei Manuel Merkel und Held Thomas.
Die Kirwa Nr.4 begann am 19.09.2008 erstmals mit einer Drei-Zelt-Kombination,
wieder etwas größer als das Jahr zuvor. Eingeweiht wurde auch die neue
Grillhütte, die von den Kirwaboum eigens für die Kirwa konstruiert und mit
eigenen Fachkräften gebaut wurde. Am Samstag gab es wie immer die Rocknacht,
diesmal mit der Gruppe „Flashback“. Am Sonntagmorgen spielte nach dem
Ende des Festgottesdienstes in der Kirche um 10.30 Uhr die Blaskapelle Frankonia
zum Frühschoppen auf. Diesmal leider nicht bei strahlendem Sonnenschein, aber
nichts desto trotz strömten alle in das gut beheizte Festzelt, und feierten
unsere Kirwa. An dieser Kirchweih fand auch zum ersten Mal ein Bogenschützenturnier
statt, bei dem 23 Teilnehmer ihr Bestes versuchten, um ins Schwarze zu treffen.
Am Abend sorgte wieder Alleinunterhalter Rainer Pink wie immer für gute Stimmung
im Zelt. Zur späteren Stunde brachte DJ Tim die Stimmung bis in die frühen
Morgenstunden zum Höhepunkt. Am Montag wurde dann wieder der Baum ausgetanzt,
die Gewinner waren Carmen Wagner und Thomas Ruder, danach spielten die Hiltpoltsteiner
Boum und sorgten wie immer für einen genialen Kirwa-Ausklang.
Diese Chronik soll nicht enden ohne den Dank bei all den freiwilligen Helferinnen
und Helfern, ohne die solche Feste nicht zu bewältigen wären! Ein herzlicher
Dank, gilt auch allen Firmen, die uns durch Geld- und Sachspenden so selbstverständlich
unterstützt haben! Nicht zu vergessen auch ein großes Dankeschön an
alle Besucher, die alle Jahre auf unsere Kirchweih kommen und für die gute
Stimmung sorgen. Damit helfen Sie uns, ein Stück altbewährter fränkischer
Kirchweihtradition weiterhin am Leben zu halten und auch die nachrückenden
jüngeren Generationen dafür zu begeistern.
Kirwaboum Hiltpoltstein e.V.
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